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Freunde zweiter Klasse – Die Selektion im Social Media

Freunde Persönliches Umfeld Selektion

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Wer kennt das nicht? …die meisten von uns vernetzen sich in sozialen Netzwerken, sind transparent und für jeden zugänglich. Auch ich bin oft in sozialen Netzwerken wie Facebook und Google+ unterwegs, aber wie verhalte ich mich, wenn sich permanent „passive“ Follower mit mir vernetzen oder ich niemals eine Reaktion von meinen Online “Freunden” bekomme, die für mich einfach keinen erkennbaren Mehrwert haben? Maximalgrenzen an Freunden und Followern werden erreicht – wie gehe ich damit nur um?


Wir leben in einer Zeit, in der wir über Social Networks vernetzt sind und ständig auf der Suche nach neuen Apps und Tools, nach neuen Services und Technologien, um uns das digitale Leben ein wenig leichter zu machen. Dabei lernen wir viel schneller neue Unternehmen und neue Menschen kennen – ob Online oder im echten Leben. Jeder von uns nutzt soziale Netzwerke individuell für sich – ich zum Bespiel unterhalte Profile bei Facebook, XING, Google+ und Twitter aber auch bei LinkedIn und Pinterest. Weiterhin blogge ich leidenschaftlich auf Socialmedia.cc. Alles verschmilzt regelrecht, wenn man im Social Media-Bereich lebt und arbeitet. Freunde und Follower sind plötzlich auf der eigenen Pinnwand vernetzt und tauschen sich untereinander aus, Kollegen und/oder Konkurrenten mit gleichem oder ähnlichem Berufsbildern folgen mir oder Recruiter verfolgen den Newsstream. So soll es auch sein aber trotzdem frage ich mich, wie wir das ganze managen können. Und welchen Nutzen ziehen wir aus jedem Einzelnen?

 

Selektion im persönlichen Umfeld

Ich bin ein Mensch der im Zeitalter des „Sharings“ aufgewachsen ist und lebt. Ich teile gern meine Erfahrungen, mein Wissen und meine Ideen mit Gleichgesinnten. Ebenso sauge ich für mich relevante Ideen, Denkanstöße und Erfahrungsbereichte wohlwollend auf. Sollte die Technik nicht schon soweit fortgeschritten sein, dass sie nicht-aktive Freunde aus meinen Listen entfernt oder ich erst gar keine Anfragen von ihnen bekomme, wenn sie meinem Anforderungsprofil nicht entsprechen? Ich bin eher bereit, denen mich zu öffnen, die einen Nutzen auf mein Wissen und meine Aktivitäten in Social Networks haben. Denn mein Credo im Social Web lautet: Ich möchte mit Freunden, Kollegen und Geschäftspartnern agieren, sie verstehen, von ihnen lernen und mit ihnen Spaß haben. Ich will Wissen und Gedanken austauschen, über innovative Ideen sprechen und zum Denken anregen.

Doch was ist mit unserer digitalen Persönlichkeit? Können wir diese öffentlich ausleben? Ja – dass ist sogar notwendig. Denn ohne unsere individuelle Persönlichkeit und Authentizität wäre Social Media undenkbar. Erst wenn das Verständnis, Fachwissen und der Zeitgeist geteilt wird, ist unser Glück in dieser digitalen Welt möglich. In Zukunft wird eine Selektion in den stetig wachsenden Freundeslisten auf immer zahlreicheren Social Networks stattfinden – und zwar bei denjenigen, die nicht schätzen, was ich mache, keine Reaktion zeigen, mich ausblenden oder bei denen die einfach keine erkennbare Relevanz bzw. keinen Mehrwert für mich persönlich haben. Ich gehe davon aus, dass die Technik mich in Zukunft soweit dabei unterstützen wird, dass sie Anfragen direkt danach filtert, wer meinem Anforderungsprofil entspricht und wer nicht. Und auch diejenigen, die niemals eine Reaktion zeigen und immer passiv handeln, könnten durch diesen technischen Gedanken selektiert werden.

 

Was bedeutet Selektion für Unternehmen?

In Zukunft werden sich Experten eines jeweiligen Fachbereichs durch Social Media als sogenannte Digitale Marken aufbauen können und sich somit vom jeweils anderen abgrenzen können – dies entspricht bereits einer Selektion. Die Experten werden dadurch zur Marke und somit spürbar sichtbarer und persönlicher. Unternehmen werden zukünftig Ausschau nach diesen Experten halten müssen und diese geschickt als Markenbotschafter in ihre Wertschöpfungskette einzubinden.

Ich bin sehr gespannt wie wir in Zukunft uns zwischen der Vielfalt und Vielzahl an Freunden und Followern zurecht finden werden. Die Selektion – in welcher Form auch immer – wird uns dabei begleiten und einen hohen Stellenwert einnehmen. Wo die Selektion beginnt und wo sie aufhört vermag´ ich nicht zu spekulieren – eines steht aber fest – wir werden ein Teil dieser Entwicklung sein und diese mit unserem eigenen Verhalten im Social Web maßgebend beeinflussen…

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